Die digitale Arbeitswelt von morgen ist heute bereits schon da! Wie fit bist du dafür?

Herausforderungen durch die rasante Digitalisierung der Arbeitswelt und wie wir ihnen begegnen…

Die Digitalisierung führt uns in die Welt der digitalen (Zusammen-)Arbeit – die Arbeitswelt von morgen. Und wir müssen uns dafür gut aufstellen. Aber morgen. Und es fallen Arbeitsplätze weg. Oder sie verändern sich. Aber erst morgen. Und wir haben Zeit. Bis morgen…. Dachten wir zumindest.
Doch in einer VUCA-Welt kommen Dinge oft anders als gedacht. Zugegeben, dass eine Pandemie die Rolle des digitalen Turbos übernimmt, haben wohl nur wenige gedacht. Gleichzeitig erzwingt die aktuelle Situation die Digitalisierung unserer Arbeitsplätze mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Aber was verändert sich konkret für ArbeitnehmerInnen in der nächsten Zeit und welche Kompetenzen brauchen wir, um diese Veränderungen zu meistern?

Herausforderung Nr.1: Der mobile / digitale Arbeitsplatz

Auch wenn es in vielen Unternehmen bisher normal war, an einem oder zwei Tagen in der Woche Home-Office zu machen, hat das Arbeiten von zu Hause in den letzten Tagen eine völlig neue Dimension angenommen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Infrastruktur das mobile Arbeiten ermöglichen kann – Geschwindigkeit und Stabilität der Internetverbindungen, Server- bzw. Cloudkapazitäten, Datenvolumen für Handyverträge, mobile Arbeitsgeräte (Laptops, Tablets, etc…) und noch vieles mehr. Viele ArbeitnehmerInnen hingegen müssen völlig neue Kompetenzen erlernen, um ihre alten Aufgaben in einer virtuellen Welt erledigen zu können. Ein Beispiel: Jeder, der Vertriebsaufgaben hat und auf direkten Kundenkontakt angewiesen war, muss sich jetzt einen Vertrieb auf Distanz umstellen. Und diese Umstellung erfordert oft neue technischen Fähigkeiten und neue Soft-Skills. Auch Themen wie Stress- und Selbstmanagement gewinnen in Zeiten hoher online Erreichbarkeit Bedeutung.
Notwendige Kompetenzen für ArbeitnehmerInnen: Online-Präsentation sicher beherrschen, Videokonferenz-Tools und Kollaborationstools kennen und zielgruppengerecht einsetzen, Grundlagen zu Datenschutz und Datensicherheit, Resilienz und Selbstmanagement.

Herausforderung Nr.2: Die neuen Geschäftsmodelle

Die Herausforderungen für das Geschäftsmodell vieler Unternehmen kann man mit einem Wort zusammenfassen: online. Das Kundenverhalten hat sich bereits in den letzten Jahren mehr und mehr in Richtung online-Konsum bewegt. Doch jetzt, in Zeiten von Kontaktverbot und Geschäftsschließungen suchen und vergleichen Kunden die Angebote ausschließlich im Internet. Heißt im Umkehrschluss – wer online nicht gut positioniert ist wird mittelfristig nicht überleben. Ein Beispiel: Im Frühling kaufen viele Menschen ein paar neue Laufschuhe. Für angehende Hobbysportler gehört dazu meistens eine Beratung über den eigenen Laufstil und die dazu passendenen Schuhe. Diese Beratung erfolgte bisher im Laufshop des eigenen Vertrauens. Und genau wegen dieser Beratung haben viele Menschen ihre Laufschuhe immer noch im Laden gekauft und nicht online bestellt. Wer jetzt ein paar Laufschuhe kaufen möchte, der muss sie online bestellen. Der Käufer kann viele Läden und Preise und möglicherweise auch Beratungen online vergleichen. Und es ist egal, ob die Schuhe in Hamburg oder München bestellt werden. Dank moderner Lager- und Liefermethoden kommt die Ware bereits am nächsten Tag an. Also wenn ein Laufshop keine online Beratung anbietet und nicht leicht zu finden ist, wird er mit Umsatzeinbußen rechnen müssen. Ist ein Shop aber gut online positioniert und beweist online seine Kompetenz, wird dieser in der Lage sein, seine Einnahmen zu steigern. Ist die eigene Facebook-, Youtube- oder Webseite gut besucht, kann dieser Shop sogar Einnahmen über alternative Geschäftsmodelle generieren (Banner, Klickwerbung, etc…).
Wenn Kunden mit den neuen Geschäftsmodellen gute Erfahrungen machen, werden sie diese Vorgehensweisen auch langfristig beibehalten. Dadurch bietet die heutige Situation eine Chance, Marktanteile zu sichern und Bekanntheit zu erhöhen.
Notwendige Kompetenzen für ArbeitnehmerInnen: Design Thinking, Business Modell Generation, Content Marketing, Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social Media Marketing, Affiliate Marketing.

Herausforderung Nr.3: Die Prozessoptimierung und -automatisierung

Es ist anzunehmen, dass die Corona-Krise mittel- bis langfristige wirtschaftliche Folgen mit sich bringen wird. Experten gehen inzwischen von einer Rezession aus. Die Schätzungen bezüglich der Dauer dieser Rezession unterscheiden sich stark. Für viele Unternehmen und Branchen wird diese wirtschaftliche Entwicklung zu Sparmaßnahmen führen. Liefer- und Produktionsketten werden an vielen Stellen optimiert, Prozesse werden automatisiert. Diese Automatisierung wird möglicherweise als letzte Veränderung eintreten, erst dann, wenn Unternehmen ihre wirtschaftlichen Prognosen mit hoher Sicherheit erstellen können. Und sie wird ganze Berufszweige verändern, neue Jobs schaffen und auch manche alten Jobs vernichten. Die Herausforderung für ArbeitnehmerInnen wird sein, ihre Fähigkeiten zu erweitern und dadurch ihre Sicherheit im Beruf zu erhöhen.
Notwendige Kompetenzen für ArbeitnehmerInnen: Projekt- und Prozessmanagement, Anforderungsmanagement, Robotergesteuerte Prozessautomatisierung, Business Intelligence und Big Data, Change Management.

Und wie fit fühlst du dich für die digitale Arbeitswelt? Mach den Test und erweitere deine digitalen Kompetenzen.