Das Lern-Ökosystem

Was es ist ein Lern-Ökosystem?

Voneinander und miteinander lernen, Wissen und Erfahrungen austauschen, Fehler und Erfolge mitteilen – sowohl innerhalb der eigenen Organisation als auch organisationsübergreifend. Dies sind die Werte eines Lern-Ökosystems. In machen “Szenen”, also Branchen oder Gruppen von Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen, sind solche Ökosysteme Teil des täglichen Lebens. Und andere Unternehmen und die dazugehörigen Personen tun sich schwer damit. Warum es sinnvoll ist, ein Lern-Ökosystem zu erschaffen, wie man es angeht und was man davon hat – das erzählen wir euch in diesem Beitrag.

Wie es funktioniert und wie man davon profitiert…

Die Idee von Lern-Ökosystemen ist es, Wissen und Erfahrungen zugänglich für Andere zu machen anstatt den eigenen Informationsvorsprung vorzuenthalten. Im Gegenzug erhält man wichtige Impulse, Tipps und wertvolle Informationen von anderen Teilnehmern des Ökosystems. Manche Lern-Ökosysteme entwickeln eine unglaubliche Dynamik und wachsen extrem schnell. Andere bleiben eher klein, weil sie vielleicht ein sehr spezifisches Thema behandeln, in einer Marktnische stattfinden oder einfach regional aufgebaut sind. Schauen wir uns mal einige erfolgreiche Beispiele:

“Reinventing Organizations” und der anschließende Boom von New Work: 
Vor einigen Jahren hat Frederic Laloux sein Buch “Reinventing Organizations” veröffentlicht. In seinem Werk teilt er Erfahrungen aus verschiedenen Organisationen, die eher nicht traditionelle Praktiken der Unternehmensführung und Organisationsgestaltung anwenden. Laloux hat das Buch in der so genannten “Giving Economy” veröffentlicht – das heißt, jeder kann sein Buch kostenlos herunterladen und bezahlt anschließend nach eigenem Ermessen einen Preis – je nachdem wie viel Nutzen man daraus gezogen hat. Dieses Buch hat das Thema Selbstorganisation und New Work so populär gemacht, dass sich daraus viele kleine und große Lern-Ökosysteme entwickelt haben.

Die Dachzeltnomaden:
Als ich in den letzten Wochen (in der glücklichen Zeit vor der Corona-Blockade) im Auto auf dem Weg zum Kunden saß, habe ich einen Podcast-Beitrag mit dem Gründer von Dachzeltnomaden (https://dachzeltnomaden.com/) Thilo Vogel gehört. In 2017 hat er eine Facebook-Gruppe geschafft, um zu schauen, wie viele Menschen gibt es, die seine Leidenschaft teilen. Inzwischen hat die Facebook-Gruppe mehr als 20.000 Mitglieder. Dieses Lern-Ökosystem tauscht Wissen und Erfahrungen rund um die Themen Camping, Dachzelt, Technik und Elektronik, organisiert Spendeaktionen, hilft sich gegenseitig in der Not. Ein Win-Win für alle Beteiligten.

Wie man es angeht und ein Lern-Ökosystem initiiert…

Als erster Schritt braucht es einen Raum, in dem man sich trifft und Wissen und Erfahrungen miteinander austauscht. Dieser Raum kann sowohl physisch als auch virtuell sein oder auch eine Kombination von beidem. Danach braucht es einige Personen, die Wissen und Erfahrungen zu einem oder mehreren für diese Personen aktuellen Themen austauschen möchten. Anschließend braucht man eine Plattform, auf der man veröffentlichen kann. Diese Plattform kann ein Blog sein, ein Video, ein Intranet-Post, ein Mailing – alles, was darauf aufmerksam macht, dass gerade ein Wissensaustausch initiiert wird. Und dann? Wenn alle Teilnehmer eines Ökosystems davon profitieren, werden sie auch bereit sein, dieses Ökosystem am Leben zu erhalten.